Aktualisiert am 15. April 2026
Storytelling in der Etikettenbranche
Visuelles Storytelling ist seit längerem als Trend in der Etikettenwelt zu beobachten. Storytelling ist erstmal nichts Neues: Geschichten werden seit Jahrtausenden erzählt, um komplexe Inhalte oder abstrakte Ideen zu vermitteln. Und eben weil sich diese kulturelle Praktik seit so langer Zeit hält, lohnt es sich zu hinterfragen, wieso das eigentlich so ist und was genau das Besondere am Storytelling mit Etiketten ist.
Was ist visuelles Storytelling?
Visuelles Storytelling bedeutet, dass mithilfe von Bildern erzählerisch kommuniziert wird. Die spezifische Erzählform hat sich im Allgemeinen als sehr wirkungsvoll erwiesen. Und so kommt sie in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz: Werbung, Marketing, für PR oder Unternehmenskommunikation. Daraus ergibt sich, dass Storytelling nicht nur ein Trend, sondern eine gefestigte kulturelle Tradition ist. Auch die Etikettenwelt hat dieses Wissen, das längst kein Geheimnis mehr ist, für sich gewonnen. Wichtig für etikett.de ist die Beobachtung, dass auch Etiketten immer häufiger kleine Geschichten vermitteln.
Historische und literarische Bezüge
Mit unserem Musteretikett “Infinitum Effugere” haben wir in der Kategorie „Etikettendrucker des Jahres“ bei den Druck&Medien Awards im Jahr 2022 den 3. Platz erhalten! Es erzählt eine Geschichte über ein junges Liebespaar auf der Flucht: Licht und Dunkelheit sowie das Bekannte und Unbekannte stehen im Mittelpunkt.
Im Nebel der Dunkelheit läuft ein Liebespaar aus dem Licht hinaus ins Dunkle und Unbekannte. Sie ahnen nicht, dass sie durch eine unsichtbare Tür laufen, einen Durchgang, von dem es kein Zurück mehr gibt. Von diesem Moment an wird ihre Welt chaotischer und dunkler. Der Rand des Etiketts nimmt eine einzigartige Form an, die linke Seite verwandelt sich in einen dunklen, geheimnisvollen Wald, und die einzigen Lichtquellen sind die goldenen Glühwürmchen und der lateinische, veredelte Text aus „De rerum natura“ (deutsch: Über die Natur der Dinge) des römischen Dichters und Philosophen Lukrez.
Emir Ramic, Designer des Etiketts
Der Schriftzug „Infinitum“, was übersetzt “Unendlichkeit” heißt, wurde als Reliefschnitt mit einer goldglänzenden Heißfolie geprägt. Direkt darunter wurde das Wort „effugere“, was so viel wie „entfliehen“ bedeutet, mit schwarzglänzender Heißfolie auf das Etikett gebracht. Die Veredelungen nehmen also direkten Bezug auf die Handlung. Man schafft mithilfe der Figuren, der Landschaft und besonderen Details eine eigene Welt, die Spielraum für Interpretation lässt. Wenn man das Etikett länger betrachtet, kommen mehrere Fragen auf: Wovor flüchtet das Paar? Wo kommen die beiden her und was ist ihr Ziel? Um die Fragen zu beantworten, können neben der Perspektive des Designers verschiedene Informationen aus Literatur und Kunst hinzugezogen werden.
Bei dem abgebildeten Paar handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem französischen Gemälde “Der Sturm” von Pierre Auguste Cot, das 1880 fertiggestellt wurde. Man vermutet, dass der Künstler sich mit dem Motiv auf den französischen Roman “Paul und Virginie” von Bernardin de Saint-Pierre bezieht. In dem Roman suchen die zwei Personen vor einem Regenschauer Schutz und verwenden dabei den Überrock der Heldin als improvisierten Regenschirm. Auch die Romanze des antiken griechischen Schriftstellers Longus namens “Daphnis und Chloe” kommt als Inspirationsquelle für das Gemälde in Frage (The Metropolitan Museum of Art, a).
Der Bereich, der Schloss und Aquädukt zeigt, stammt aus dem französischen Gemälde “Abend: Landschaft mit Aquädukt” von Théodore Géricault aus dem Jahr 1818. Der Künstler besuchte zwischen 1816 und 1817 Italien und stellte später in Paris, basierend auf seinen Erlebnissen, Darstellungen von italienischen Ruinen fertig (The Metropolitan Museum of Art, b).
Es gibt noch viele weitere Hinweise – doch jeder sollte seine eigenen Details entdecken und deuten. Wir hoffen, dass das Etikett zu spannenden Gesprächen anregt. Es darf als eine Ode an die Künstler vergangener Epochen gesehen werden, deren Kunst und Schaffen nicht nur in Museen zu finden sein sollte, sondern überall und für jeden zugänglich sein sollte.
Emir Ramic, Designer des Etiketts
Manche Fragen dürfen unbeantwortet bleiben, damit man als Betrachterin oder Betrachter Spielraum für eigene Ideen hat. Fehlende Informationen oder bewusste Auslassungen führen dazu, dass man die Abbildung für sich selbst individuell vervollständigt. Das Etikett aktiviert unzählige Assoziationen sowie Erinnerungen und man wird in die dargestellte Welt hineingezogen.
Auf der Suche nach einem kreativen, wirkungsvollen Design für Ihr Etikett? Unser professioneller Designservice hat genau das richtige Fingerspitzengefühl, um Ihren Etiketten das gewisse Etwas zu verleihen.
Die Stärken von Storytelling einfach erklärt
Warum sind das Etikett und seine erzählerischen Eigenschaften so wirkungsvoll? Um die Frage zu beantworten, betrachten wir visuelles Storytelling etwas näher:
#1 Spannung: Eine gute Geschichte besteht typischerweise aus einer Ausgangssituation, einem Problem und einer Lösung. Durch offene Fragen, emotionale Konflikte und verkürzte Informationen auf dem Etikett entsteht Spannung. Man ist neugierig und möchte wissen, wie die Erzählung endet.
#2 Assoziationen: Egal ob mythologische Geschichten, historische Ereignisse oder Stereotypen: Was wir auf dem Etikett wiedererkennen, lässt uns kurz innehalten. Gleichzeitig ist es sehr wahrscheinlich, dass Erinnerungen und Gefühle angeregt werden. Dadurch steigt die Chance, dass man sich mit dem Inhalt auf dem Etikett auseinandersetzt.
#3 Emotionen: Helden, Liebende und Bösewichte: Wenn wir uns mit den Figuren in der Geschichte identifizieren, dann erleben wir eine Reaktion auf emotionaler Ebene. Und was uns berührt, das verändert unser Denken und das wollen wir mit anderen teilen! So bleibt die Erzählung für längere Zeit im Gedächtnis.
Storytelling kann das Verhalten von Menschen beeinflussen, vermittelt Wissen und sorgt für Unterhaltung (Radü, 2019, S. 79). Das macht Storytelling zu einer besonderen Methode, die auf Etiketten angewendet werden kann. Etiketten mit erzählerischen Eigenschaften generieren Aufmerksamkeit. Sie machen eine Marke erlebbar und bleiben im Gedächtnis.
Etiketten, Storytelling und QR-Codes
Wenn man aufgedruckte QR-Codes mit einem Smartphone einscannt, erhält man im Internet Zugriff auf Informationen wie Bilder, Videos oder interaktive Angebote. Und dank Digitaldruck werden QR-Codes bei etikett.de ganz einfach und kosteneffizient auf Ihre Etiketten angebracht. So endet die Geschichte nicht auf dem Etikett, sondern geht online weiter. Dort gibt es dann kaum Grenzen. Also hat das visuelle Storytelling auf den Etiketten mit QR-Codes das Potenzial, zu einem multimodalen Abenteuer zu werden.
Als modernes Online-Druckunternehmen sind wir über Trends und Neuheiten informiert und freuen uns, Sie zu inspirieren und zu beraten. Noch Fragen? Kontaktieren Sie uns telefonisch unter +49 6502 984 94 0 oder schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@etikett.de.
Quellen
Radü, J. (2019). New Digital Storytelling: Anspruch, Nutzung und Qualität von Multimedia-Geschichten. Nomos. doi.org/10.5771/9783845299273-25
Wikipedia (2026, 02. Feb.). Artikelseite Storytelling (Methode). Abgerufen am 18. März 2026 von https://de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_(Methode)
The Metropolitan Museum of Art (a). The Storm. https://www.metmuseum.org/art/collection/search/435997
The Metropolitan Museum of Art (b). Evening: Landscape with an Aqueduct. https://www.metmuseum.org/art/collection/search/436455
